de | en | fr | EnergieStraßburg 16.05.2006
Sicherheitslücken beim Reaktortyp EPR
Geheimer Bericht sollte zurückgehalten werden
Am Dienstag, den 16. Mai 2006 nahm der französischen Geheimdienst DST (Direction de la Surveillance du Territoire) Stéphane Lhomme, den Sprecher des Netzwerkes "Sortir du nucléaire" (Wege aus dem Atomstrom) in Untersuchungshaft und führte eine Hausdurchsuchung seines Wohnsitzes durch. Als Grund dieser Maßnahmen wurde der angebliche Besitz eines als geheim eingestuften Dokuments angegeben. Der Inhalt besagten Dokuments war allerdings schon vorher weit verbreitet worden. Stéphane Lhomme wurde noch in der gleichen Nacht aus der Untersuchungshaft entlassen.
Bei dem Dokument handelt es sich um einen Bericht der EDF (Eléctricité de France) an den Generaldirektor für Nukleare Sicherheit und Strahlenschutz (Sûreté Nucléaire et de la Radioprotection). Der Bericht setzt sich mit der Widerstandsfähigkeit des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR1) auseinander, der in Flamanville, im französischen Département Manche, errichtet werden soll.
Der Bericht beschäftigt sich insbesondere mit der Hypothese eines Flugzeuganschlags auf das Atomkraftwerk der "neuen Generation". Demzufolge könnte das künftige EPR-Atomkraftwerk in Flamanville - es handelt sich um den gleichen Typ wie das finnische Atomkraftwerk, das in Olkiluoto gebaut wird - einem Unfall oder einem Terroranschlag, wie er am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten verübt wurde, nicht standhalten.
Um das Schweigen über Atomenergie in Frankreich und Europa zu brechen und um das Recht der französischen und europäischen Bürger auf Information zu verteidigen, haben die Grünen/EFA beschlossen, das entsprechende Dokument auf ihrer Seite zu veröffentlichen.
Klicken Sie hier, um das Dokument herunterzuladen.
(1) Die Konstruktion des Typs EPR ist ein deutsch-französisches Projekt, das seit 1992 von Siemens und Framatome ANP (einer Filiale von Areva) entwickelt wird.