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en | fr | de | it |    Press releases09.08.2008

Olympische Spiele: Sarkozys Teilnahme an der Eröffnungszeremonie ist ein Skandal


Bei einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe von Nicolas Sarkozy, dass er an der Olympischen Eröffnungszeremonie teilnehmen werde, erklärte der Ko-Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFADaniel Cohn-Bendit:

"Es ist skandalös, dass Nicolas Sarkozy die olympische Eröffnungszeremonie nicht boykottiert. Seine Anwesenheit war an die Bedingung geknüpft , dass sich die Menschenrechtssituation in China verbessere und die Gespräche zwischen den chinesischen Vertretern und den tibetanischen Gesandten Fortschritte machen. Es gab keinen Fortschritt. Im Gegenteil, die Chinesen haben den Tibetaner nur leicht verhüllt gedroht, nur ja keinen Ärger während der Spiele zu machen. Es werden auch noch immer politische Gefangene festgehalten. Sogar die Frau und das Kind des politischen Gefangenen Hu Jia wurden nun unter Hausarrest gestellt.

Die Eröffnungszeremonie ist ein grandioses politisches Schaulaufen, kein Sportereignis. Durch seine Teilnahme gibt Nicolas Sarkozy Brief und Siegel, dass er Chinas schamlose Geringschätzung der eigenen Versprechen zur Einhaltung der Menschenrechte billigt. Sarkozy zeigt außerdem, dass er dem Verkauf von Kernkraftwerken und dem Airbus den Vorrang gibt gegenüber den Rechten und dem Wohlergehen von Millionen Menschen."

Pietro Mennea, olympischer Goldmedaillengewinner und ehemaliger Europaabgeordneter erklärte:

"Das IOC hat einen großen Fehler gemacht, China mit den Olympischen Spielen auf der Basis leerer Versprechen zu belohnen. Sicherlich geht es dem IOC bei den Olympischen Spielen um das Geschäft, nicht um Ideale. Multinationale Konzerne haben Multimillionen-Dollar-Verträge unterzeichnet und China repräsentiert einen großen und wachsenden Markt. Durch seine Anwesenheit bei der Eröffnungszeremonie ignoriert Nicolas Sarkozy alle Bedenken wegen Tibet und den Menschen, die ihre Häuser für die Errichtung der olympischen Einrichtungen verloren haben."

Vincent Brossel, der Leiter der Asienabteilung von Reporter ohne Grenzen fügte hinzu:

"Nicolas Sarkozys Teilnahme an der Eröffnungszeremonie steht in glattem Widerspruch zur öffentliche Meinung in Europa, die mehrheitlich einen Boykott unterstützt. In seiner Wahlkampagne für das Präsidentenamt spielten die Menschenrechte eine wichtige Rolle. Aber indem er bereits einen Monat vor der Zeremonie seine Teilnahme bekannt gibt, beraubt er sich jeder Chance, Druck auszuüben und noch einen Fortschritt zu erreichen. Damit erweist er sich als das schwächste Glied unterden europäischen Staatschefs, der unter dem Druck einer gut organisierten Kampagne in China zerbricht, die vor allem auf Frankreichs kommerzielle Interessen abzielte. Die übrigen europäischen Regierungschefs und das Europäische Parlament müssen nun  eine konsequentere Haltung annehmen."

 


Für weitere Presse Informationen:

Helmut Weixler
Pressesprecher
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