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en | de |    Press releases17.06.2008

EU-Handels- und Fischereipolitik: Wenn die Wälder und Fische in Westafrika verschwinden...


Zur heutigen Verabschiedung des Schmidt-Berichts zur Rolle der EU bei der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen Fisch und Holz in Westafrika erklärt der Berichterstatter und stellvertretende Vorsitzende des Entwicklungsausschusses, Frithjof Schmidt:

"Das Parlament fordert Rat und Kommission mit diesem Bericht auf,  in der Fischerei und der Holzimportpolitik den politischen Kurs drastisch in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern.

Die EU ist mit ca. 80% der Hauptabnehmer für Fisch und Holz aus der Gemeinschaft Westafrikanischer Staaten. Ein großer Teil der Fischerei- und Holzabbau-Aktivitäten in Westafrika sind illegaler Raubbau. Der Verlust ihrer natürlichen Lebensgrundlagen ist eine wichtige Ursache für die verzweifelte Flucht vieler Westafrikaner in kleinen Fischerbooten über das Mittelmeer und den Atlantik. Viele Tausend kommen dabei jedes Jahr um. Es ist an der Zeit, dass die EU ihren Teil der Verantwortung für diese Tragödie anerkennt und ihre Politik radikal umstellt.

Bedauerlich ist, dass eine Mehrheit aus EPP, PSE und Liberalen bei der Frage der Förderung von Joint-Ventures im Fischereibereich, die Kritik an einem damit vermutlich verbundenen Ausbau der Fangkapazitäten in einer Kampfabstimmung gestrichen hat.1) Das zeigt, dass sie es mit dem Kampf gegen die Überfischung der Meere nicht wirklich ernst meinen.

Wir brauchen eine bessere Überwachung der Bestände von Fisch und Holz sowie der Aktivitäten von in- und ausländischen Fischern und Holzfällern in Westafrika. Wir müssen nachhaltige und schonende Ressourcenbewirtschaftung unterstützten, und unseren westafrikanischen Partnern helfen, Raubbau gezielt zu unterbinden. Holz oder Fisch aus Raubbau darf nicht auf den EU-Markt gelangen.  Lokale, fisch- und waldabhängige Bevölkerungen müssen in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Ihren Interessen muss Vorrang gegeben werden vor ausländischer, exportorientierter sowie industrieller Holz- und Fischgewinnung, die die Lebensgrundlagen der einheimischen Bevölkerung zerstört."

 

Anmerkungen:

1) mit 544 gegen 89 Stimmen


Für weitere Presse Informationen:

Helmut Weixler
Pressesprecher
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